Einer der Aspekte, an denen sich Konflikte sehr schnell entzünden können sind die Verwechslung oder die Verwirrung von Rollen.
Eine sehr einfache und in der Praxis gut brauchbare Definition einer Rolle ist “die Summe der Erwartungen an eine Funktion”.
Rollen gehören im Quadrantenmodell in den unteren-rechten (systemisch-aussen) Quadranten. Rollen und deren Inhalte, im Sinne von Erwartungen, Rechte, Pflichten und Kompetenzen sollten explizit gemacht werden.
Dann ist es auch sehr wichtig in der Rolle zu bleiben oder wenn man mehrere Rollen hat, diese bewußt zu managen.
Ein Mensch in der Rolle des Projektleiters, der auch inhaltliche Aufgaben übernimmt, wechselt implizit zum Beispiel in die Rolle eines Analytikers. Somit hat der Mensch also schon zwei Rollen.
Zu welchem Zeitpunkt spricht er aus welcher Rolle? Ein Beispiel:
Die Person mit der Doppelrolle hat ein inhaltliches Ergebnis erarbeitet. Ein anderer Analytiker behauptet, die Ergebnisse seinen falsch.
Wie reagiert jetzt die Person mit der Doppelrolle?
In der Rolle des Analytikers erlebt er die Aussage des Kollegen vielleicht als eine Abwertung seiner Kompetenzen, im schlimmsten Falle sogar als persönlichen Angriff.
Reagiert er aus der Rolle des Projektleiters, so stellt sich für ihn lediglich eine Diskrepanz auf der sachlichen Ebene dar, mit der mit Sicherheit einfach umzugehen ist, als mit einem als persönlichen Angriff erlebten Fall.
Daher ist es sehr sinnvoll, die Rollen der Beteiligten zu klären. Jeder hat dann auch die Verantwortung für die Erfüllung der Rolleninhalte. Es ist dann einfach zu erkennen, wann jemand “übergriffig” handelt, in dem er Tätigkeiten übernimmt oder beurteilt, die gar nicht zu seiner Rolle gehören.
Im Konflikt kann zwischen der Rolle und der Person getrennt werden, somit ist es möglich zu erkennen, dass das Problem das Problem ist und der Mensch der Mensch.
Eigene Rollenbewußtheit ermöglicht ein kongruentes, stimmiges und im Kontext passendes Handeln.
In dem Sinne:
- Welche Rollen füllen Sie aus?
- Wann reagieren Sie aus welcher Rolle?
- Kennen Sie alle Erwartungen an Ihre Rollen?
- An welchen Stellen wäre es konstruktiver, aus einer anderen Rolle heraus zu handeln?
Ich wünsche Allen Lesern ein schönes Wochenende!