In diesem Beitrag soll es einmal kurz um eine weitere Perspektive der integralen Theorie gehen: Das Quadrantenmodell.
Und ich werde das sehr einfach darstellen, auch wenn es dazu noch eine ganze Menge mehr zu sagen gäbe.

Einfach mal ein direkter Gang durch die Quadranten…

Wenn man sich einmal einen Menschen ansieht, so kann man verschiedene Kategorien von Aspekten beschreiben.
So kann man beispielsweise beschreiben, wie groß jemand ist, welche Haarfarbe er hat, welche Kleidung er trägt. Man kann also sichtbare und messbare Elemente beschreiben. Wichtig ist hier insbesondere der Begriff „messbar“. Also beispielsweise der Blutdruck, die Größe des Herzens, der Knochenbau wären Beispiele, die in diese Kategorie fallen.

Eine andere Kategorie kann man nur erfahren, wenn man mit der Person spricht. Welche Gedanken macht sie sich gerade, was fühlt sie gerade, welche Werte sind ihr eigentlich wichtig und wie interpretiert sie, was sie sieht. Hier geht es also um subjektive, innere und nicht direkt messbare Aspekte.

Eine dritte Kategorie wäre wieder messbar, beschäftigt sich aber eher mit dem Umfeld einer Person, mit den Systemen, in denen sie sich bewegt. So wäre es denkbar zu beschreiben, an welcher Position sie in der Geschwisterfolge ist, welche Position und Rolle sie in einem Unternehmen einnimmt. In welchen Vereinen sie aktiv ist und in welcher Rolle. Das wären systemische und messbare Aspekte.

Die vierte Kategorie sind dann wieder eher subjektive oder besser gesagt inter-subjektive Elemente. Wie fühlt es sich an, Teil einer bestimmen Familie zu sein, welche „Kultur“ teilt diese Familie, wie fühlt es sich an, in einem bestimmten Unternehmen zu sein und welche Werte werden dort gelebt?

Und jetzt etwas mehr Modell

Und schon sind wir einmal durch die Quadranten gegangen. Die Quadranten ergeben sich aus der Unterscheidung von messbar und objektiv, auch außen oder „rechts“ genannt und nicht messbar, subjektiv oder auch innen oder „links“ genannt. Auch wenn die Organe im Körper, also sozusagen im Inneren liegen, sind sie doch messbar und fallen daher in die Kategorie von objektiv und somit „außen“ im Sinne des Quadrantenmodells.

Quadranten, abgrenzbar aber nicht trennbar

Ein Innen kann es nicht wirklich ohne außen geben. Ein einfaches Beispiel ist eine kleine Körperübung. Wenn man steht, den Kopf senkt, die Schultern nach vorne zieht, den Rücken ein wenig krümmt wird das eine Wirkung auf das sujektive Erleben haben, vermutlich eher ein gedämpftes Gefühl, eine Kraftlosigkeit oder so ähnlich.
Wenn man sich nun aufrichtet, den Blick Richtung Decke oder Himmel hebt, die Arme nach oben hebt und sich streckt, ergibt sich gleich ein ganz anderes Inneres Erleben.

Ein Phänomen tritt also immer in allen Quadranten auf, es geht sozusagen miteinander einher. Denn diese Übung in einem integralen Salon gemacht wird zu einem anderen Erleben, anderen Reaktionen und anderen Gruppenprozessen führen, als wenn man das mal eben im Büro macht. ;-)

Aus dem Feng Shui – Kontext gibt es den Ausspruch von Winston Churchill: Erst prägt der Mensch den Raum, dann prägt der Raum den Menschen…

Das läßt sich wohl auch auf Zeitmanagement anwenden.

Ich habe ja wirklich immer wieder Freude, mein Zeitmanagement neu zu erfinden.
Von Papier auf Palm auf Papier auf Blackberry auf Papier auf Exchange mit Nokia und I-Phone online – Sync auf… mal sehen, was ich mir als nächstes einfallen lassen werde. Neben den Tools, die wir nutzen, kommt es aber doch hauptsächlich auf die Methoden an, die wir benutzen, die Werte, die wir verwirklichen und die Frage, unterstützen uns unsere Tools oder hindern sie uns ist da schon interessant.

Charles Schulz, der Erfinder der Peanuts Comics hat mir ja mit seinen Comics wirklich viel Freude bereitet. Oft verarbeitete er in seinen Geschichten ja auch tiefgehende Gedanken. Hier mal ein anderer Blick auf seine Philosophie:

Ein kleiner Test, der die Philosophie sehr deutlich machen wird…

Bitte langsam nach unten scrollen, aufmerksam lesen und vor allem mitmachen, dann ergibt sich der größte Nutzen.

Versuch einfach mal, die folgenden Fragen zu beantworten, wenn es Dir nicht gelingt, einfach einen Moment nachdenken und zur nächsten Frage gehen. Und vor allem bis zum Ende lesen… ;-)

1. Nenne die fünf reichsten Personen in der Welt.

2. Nenne die letzten fünf Fußballer des Jahres.

3. Nenne die letzten fünf „Miss Germany“

4  Nenne zehn Personen, die den Nobel- oder den Pulitzerpreis gewonnen haben.

5. Nenne 5 Oskargewinner des letzten Jahres, egal in welcher Kategorie.

6. Nenne 5 Gewinner von Medaillen bei den letzten olympischen Spielen.

Und, wie viele Fragen konntest Du beantworten? Oder hast Du google benutzt?

snoopy

Wesentlich ist, dass sich keiner wirklich an die Schlagzeilen von gestern erinnern kann.

Und es ging hier nicht um irgenwelche zweitbesten. Es ging dabei um die Elite, die Besten…

Aber der Applaus verstummt, das Fotografenblitzlichtgewitter klingt ab und die großen Siege werden vergessen.

Auszeichnungen und Zertifikate werden mit Ihren Besitzern beerdigt.

Nun ein anderes Quiz, schau doch mal, wie gut es hier läuft:
1. Nenne ein paar Lehrer, die Dich auf Deinem Schulweg unterstützt haben.

2. Nenne Freunde von Dir, die Dir in schwerer Zeit zur Seite standen.

3. Nenne fünf Personen, die Dir etwas sinnvolles und erstrebenswertes beigebracht haben.

4. Denke an ein paar Menschen, die Dir das Gefühl gaben geachtet und respektiert zu sein, ja etwas Besonderes zu sein.

5. Denke an fünf Menschen, mit denen Du gerne Zeit verbringst.

War das einfacher?

Und die „Moral“:

Die Menschen, die wirklich einen Unterschied in unserem Leben machen, sind nicht die mit den meisten Titeln, dem meisten Geld oder den meisten Auszeichnungen.

Es sind einfach die Menschen, die sich am meisten um uns gekümmert haben, die die uns wirklich berührt haben…

In diesem Sinne… alles Gute!

Am vergangenen Donnerstag hörte mein Vater um 3.45 Uhr auf zu atmen und verließ diese Welt. Meine Mutter, meine Geschwister und ich waren dabei und ich bin dankbar, das Glück oder besser die Gnade erlebt zu haben, in diesem Moment, in dieser Konstellation dabei sein zu dürfen. Nachmittags waren wir Geschwister noch in Unna, Meinerzhagen, Köln, Bonn und München verteilt und doch haben wir es alle rechtzeitig geschafft, um dabei zu sein.

Jetzt sind die ersten Formalitäten erledigt, Traueranzeige, Briefe, Beerdigung und Trauerfeier sind organisiert und es beginnt eine Zwischenzeit, bis am Donnerstag dann die Beerdigung sein wird und ich -wieder ein wenig mehr- Abschied nehmen werde.

In dieser Zwischenzeit erlebe ich einen Wechsel von Gefühlen, Gedanken und Empfindungen. Manchmal ist es so, als hätte ich es noch gar nicht realisiert, ich kann gut arbeiten und die Ergebnisse sind auch ok. Dann wieder gibt es einen Moment, in dem die Trauer mich übermannt und mir mit voller Wucht der Emotion klar wird, welch einen Verlust ich erlitten habe. Und wie dankbar ich sein kann, dass mein Vater ziemlich friedlich eingeschlafen ist und nicht lange leiden mußte; und dennoch tut es weh.

Nun, ich bin traurig UND dankbar UND erleichtert UND in Sorge UND froh UND es tut weh…

So sind solche Zeiten eben, aufwühlend, komplex, verwirrend und intensiv. So wird es wohl auch am Donnerstag werden, wenn wir als Kinder den Sarg aus der Trauerhalle tragen werden, als einen letzten Dienst, eine letzte Ehrerbietung, eine letzte Verbeugung…

Die Lösungsorientierung ist eine grundlegende Philosophie in der Therapie und im Coaching, die im wesentlichen von Steve deShazer und seiner Frau Insoo Kim-Berg bekannt gemacht wurde.

Sehr vereinfacht ist die Grundannahme, dass es irrelevant ist, wie ein Problem entstanden ist und für eine Lösung es unnötig ist, sich mit dem Problem zu beschäftigen, sondern ausschließlich mit dem Ziel, dem erwünschten Erleben und Verhalten und den Aspekten der Vergangenheit, in denen das erwünschte Erleben und Verhalten schon einmal da war.

Dann geht es im wesentlichen um den Transfer von Gewünschen aus dem Alten in das Neue, frei nach dem Motto, mach mehr von dem was funktionert, lass das, was nicht funktioniert und richte Deine Aufmerksamkeit auf das, was sein soll.

Als westlich geprägter Informatiker liegt mir natürlich ein analytischer Ansatz, bei dem man Problemursachen findet und diese behebt. Bei trivialen Systemen, also technischen Systemen ist das auch mit Sicherheit der erfolgversprechendere Weg. Aber wie steht es nun mit nicht-trivialen, also lebendigen Systemen.

Ich halte es für wichtig, grundsätzlich einen Lösungsbezug zu halten. Die Zielrichtung muss klar sein und die Kernfrage sollte immer sein, bringt mich das, was ich tue meinem Ziel näher oder entfernt es mich davon?

Dass es manchmal sinnvoll ist, in die Vergangenheit zu schauen, um Muster zu erkennen, sich von liebgewordenen Verhaltensweisen zu verabschieden oder sich eine Begründung zu suchen, warum man so lange an etwas Altem festgehalten hat, halte ich für stimmig.

Sich aber immer wieder an Altem zu orientieren und die Vergangenheit nicht loszulassen ist mit Sicherheit ein wesentlicher Schritt in die Verhinderung einer Lösung.

Ein konkretes Beispiel:
Sie sind ein einem Konflikt mit einem Arbeitskollegen. Und das liegt natürlich nicht an Ihnen. Sie mögen den Kollegen nur nicht, weil er ja immer das und das tut. Fragt man den Kollegen, wird er vermutlich sagen, dass er Sie nur nicht mag, weil Sie immer und immer wieder dieses und jenes tun. Was Sie natürlich nur tun, weil der Kollege das und das tut, was der wiederum nur tut, weil Sie…

Dieser Zirkelbezug wird irgendwann langweilig. Bleibt also die Frage, was ist Ihr Ziel, was wollen Sie eigentlich erreichen. Und zwar womöglich gemeinsam mit Ihrem Kollegen. Welche Absichten und übergeordneten Ziele haben Sie.

Und dann stellt sich die Frage, was könnten Sie tun, um aus dem Muster des Zirkelbezugs auszusteigen und mehr in Richtung des gewünschten zu gehen.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen öfter die Frage, nach dem eigentlichen Ziel und nach dem „Wozu“ hinter dem Ziel. Und dann ein lösungsorientiertes Verhalten, bei sich und Ihrem Kollegen…  ;-)

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