Am vergangenen Donnerstag hörte mein Vater um 3.45 Uhr auf zu atmen und verließ diese Welt. Meine Mutter, meine Geschwister und ich waren dabei und ich bin dankbar, das Glück oder besser die Gnade erlebt zu haben, in diesem Moment, in dieser Konstellation dabei sein zu dürfen. Nachmittags waren wir Geschwister noch in Unna, Meinerzhagen, Köln, Bonn und München verteilt und doch haben wir es alle rechtzeitig geschafft, um dabei zu sein.
Jetzt sind die ersten Formalitäten erledigt, Traueranzeige, Briefe, Beerdigung und Trauerfeier sind organisiert und es beginnt eine Zwischenzeit, bis am Donnerstag dann die Beerdigung sein wird und ich -wieder ein wenig mehr- Abschied nehmen werde.
In dieser Zwischenzeit erlebe ich einen Wechsel von Gefühlen, Gedanken und Empfindungen. Manchmal ist es so, als hätte ich es noch gar nicht realisiert, ich kann gut arbeiten und die Ergebnisse sind auch ok. Dann wieder gibt es einen Moment, in dem die Trauer mich übermannt und mir mit voller Wucht der Emotion klar wird, welch einen Verlust ich erlitten habe. Und wie dankbar ich sein kann, dass mein Vater ziemlich friedlich eingeschlafen ist und nicht lange leiden mußte; und dennoch tut es weh.
Nun, ich bin traurig UND dankbar UND erleichtert UND in Sorge UND froh UND es tut weh…
So sind solche Zeiten eben, aufwühlend, komplex, verwirrend und intensiv. So wird es wohl auch am Donnerstag werden, wenn wir als Kinder den Sarg aus der Trauerhalle tragen werden, als einen letzten Dienst, eine letzte Ehrerbietung, eine letzte Verbeugung…